Eine wahre (unfassbare) Geschichte – 12 Years a Slave von Solomon Northup

Steve McQueen (Regisseure vom Oscar-gekrönten Film Twelfe Years a Slave) wollte einen Sklavenfilm machen, weshalb er sich auf die Suche nach einer Geschichte machte, die die Vorlage zum Film sein sollte. Seine Frau half ihm schließlich und ist auf den scheinbar in Vergessenheit geratenen Bericht von Solomon Northup gestoßen. Die Memoiren wurden kurz nach dem Roman Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher Stowe veröffentlicht und über 30.000 Mal verkauft.

Mit der Produktion des Films wurde die Geschichte des Mannes, dem 12 Jahre seiner Freiheit genommen wurden, wiedererzählt. Ich habe die Geschichte mit tiefen Bedauern gelesen.

Es handelt sich um die wahre Geschichte des Solomon Northup, der in New York als freier Mensch geboren wurde. Er wuchs behütet heran, war eine respektierte, talentierte Persönlichkeit, die schließlich auch heiratete und drei Kinder bekam. Eines Tages wurde er von zwei Männern auf der Straße angesprochen, die ihm ein lukratives Jobangebot machten. Solomon nahm an und diese Entscheidung sollte ihn 12 Jahre seiner Freiheit kosten. Er wurde in einem Hotel betäubt und als er erwachte sah er sich in Ketten in einem dunklen Keller. Alles was danach folgte waren schreckliche Jahre als Sklave. Zu Beginn versuchte er noch beharrlich zu erklären, dass er ein freier Mann sei und dass es sich um ein Missverständnis handeln muss, allerdings wurde er von seinen Käufern dafür nur ausgepeitscht, also ließ er es bleiben. Er wechselte mehrmals Besitzer, lernte viele weitere Leidgenossen kennen und wurde mal für seine Fähigkeiten geschätzt, mal weniger. Er beschreibt in seiner Geschichte, die er kurz nach seiner Befreiung niederschrieb, sehr genau, was ihm wiederfahren ist. Er erzählt von seiner Arbeit auf Baumwoll- und Zuckerrohrplantagen, davon, wie er einem Farmer zum wirtschaftlichen Aufschwung verholf durch das Bauen von einem Floß zum Transport oder etwa dem Anfertigen eines Webstuhls. Er schildert aber genauso wie er dem Tod mehrmals entging. Einer seiner Besitzer, John Tibeats, hätte wohl nichts lieber getan, als ihn zu ermorden.

Die Ironie an der ganzen Geschichte liegt an den Farmern und Sklavenbesitzern, die stets sehr gläubige Menschen waren und keinen Gewissenskonflikt zwischen Sklaverei und dem Christentum sahen. Nein, sie lasen sonntags den Sklaven aus der Bibel vor und der nach Solomon grauenvollste – Mr. Epps zitierte aus dem Lukasevangelium: „Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen.“ (Kap 12, Vers 47)

Solomon erhielt als Sklave selbst einen neuen Namen: Platt. Der Nachname variierte je nach Besitzer Ford – Tibeats – Epps. Bei Master Epps war er 10 Jahre lang und erzählt uns die Geschichte vieler weiterer Persönlichkeiten um ihn herum. Über die Sklaverei schreibt er: „Es ist nicht so sehr die Schuld des Sklavenhalters, dass er grausam ist, wie es die Schuld des Systems ist, in dem er lebt. Er kann sich dem Einfluss der ihn umgebenden Gewohnheiten und Beziehungen nicht entziehen. Von frühester Kindheit an gelehrt, dass die Rute für den Rücken des Sklaven geschaffen sei, wird er wenig Neigungen haben, seine Auffassung in reifen Jahren zu ändern.“

 Solomon Northup erlebte beide Welten, die eines Freien und die eines Gefangenen. Die Geschichte sollte nie mehr in Vergessenheit geraten.

Hier geht’s zum Buch.

 

 

 

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. i bins sagt:

    coole seite
    gratuliere!!!

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    1. bookbroker sagt:

      Dankeschön! 🙂

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