Für Literaturstudierende – Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

Namensgebend für das Buch von Ray Bradbury ist der Hitzegrad bei dem Bücher verbrennen, umgerechnet sind das 111°C. Die Hauptfigur ist Feuerwehrmann, doch liegt Guy Montags Aufgabe nicht darin Brände zu löschen, sondern welche zu verursachen – nämlich um die Häuser abzubrennen dessen Eigentümer Bücher besitzen.

„Sie kniete  inmitten der Bücher […] ‚Meine Bücher kriegt ihr nicht‘, erklärte sie. ‚Sie kennen doch die Gesetze‘,  entgegnete Beatty, ‚Wo bleibt Ihr gesunder Menschenverstand? Keines dieser Bücher stimmt mit den anderen überein. In ihrem Kopf muss ja seit Jahren eine verfluchte Sprachverwirrung geherrscht haben. […] Die Leute in diesen Schmökern hat es überhaupt nie gegeben.‘“ (zit. nach Bradbury 2008, 59)

Unvorstellbar eine Zeit in der der Besitz von Büchern gefahndet wird. Tatsächlich habe ich bei den Worten „keines stimmt mit den anderen überein“ an Borges und Die Bibliothek von Babel gedacht, da dort von einer Universalbibliothek gesprochen wird, wobei auch bei Borges von Menschen gesprochen wird, die die Bücher vergöttern und jene, die zur Verbrennung aufrufen.

An diesem Punkt allerdings beginnt Guy Montag an seinem Beruf zu zweifeln, denn mit den Büchern wurde auch die Frau verbrannt.

„Es muss was dran sein an den Büchern, etwas, von dem wir uns keine Vorstellung machen, wenn sich eine Frau deswegen verbrennen lässt; es muss etwas dran sein.“  (zit. nach Bradbury 2008, 74)

Durch die Bekanntschaft mit Clarisse McClellan – das Nachbarsmädchen – wurden die Zweifel und die Verwirrung immer größer bis Guy Montag selbst begann Bücher bei sich zu horten. Beatty war Montags Vorgesetzter, der ihm riet die Finger davon zu lassen – für den Seelenfrieden aller. Denn Bücher würden nichts als Unruhe stiften.  Als er jedoch den ehemaligen Professor Faber kennenlernt, belehrt ihn dieser:

„Was sie brauchen, sind nicht Bücher, sondern einiges von dem, was einst in Büchern stand. […] Ihre Zauberkraft beruht auf dem , was drin steht, in der Art, wie darin aus Fetzen des Universums ein Gewand für uns genäht wurde.“ (zit. nach Bradbury 2008, 113)

In der Welt rund um Montag besitzt beinahe jeder Haushalt großes Fernsehwände, wer das nötige Geld besitzt an allen 4 Wänden, das Programm ist dabei heiter und vermittelt keinerlei Inhalte. Montags Frau erfreut sich an ihren Fernsehwänden, die auch „Familie“ genannt werden und den Zuschauer beim Namen nennen. Wie charmant, doch könnten auch diese Kanäle – Rundfunk und Fernsehen – die Inhalte der Bücher weitergeben, so Faber.

In der Zwischenzeit wurde Montags Haus verbrannt, von ihm selbst und er floh. Er floh aus der Stadt und begegnete einer Gruppe ehemaliger Professoren, die am Fluss entlang spazierten. Sie alle hatten einige Bücher vollständig im Kopf, jeder ein anderes, so würden sie bei Gelegenheit diese zu Papier bringen oder mündlich an die Nachkommen weitergeben. Einer von ihnen bemerkte jedoch gegen Ende der Geschichte: „Aber auch damals, als wie die Bücher noch zur Hand hatten, machten wir keinen Gebrauch von dem , was wir darin fanden.“

Mir wurde das Buch geschenkt mit der Prämisse, ein Studierender der Literatur müsse es gelesen haben, dem ist wohl so.

Meine Ausgabe: 

http://shop.wagnersche.at/product/4099276460840767793/Buecher/Ray-Bradbury/Fahrenheit-451-English-edition

Bradbury, Ray: Fahrenheit 451. Aus dem Amerikanischen von Fritz Güttinger, vollständig überarbeitete Neuausgabe, Diogenes Verlag, Zürich 2008.

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