#Bildungslückenfüller – Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry

Der kleine Prinz mag auf Anhieb ein harmloses Märchen sein, das bereits über 80 Millionen Mal verkauft wurde, aber es reichen wenige Klicks im Internet und es rankt sich ein ganzer Mythos rund um die Geschichte des Autors Antoine de Saint-Exupéry. Besonders das Ende der Geschichte rund um den kleinen Prinzen hat aus diversen Gründen für Furore gesorgt. Auch wenn ich an dieser Stelle kurz „spoilern“ werde, lohnt sich die Lektüre dennoch, da sie voll von Gleichnissen ist, die man nur im Kontext der Geschichte versteht. So ist es auch mit dem vielverwendeten Zitat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Die Geschichte des kleinen Prinzen endet so, dass er nach einem Jahr Aufenthalt auf der Erde wieder nach Hause zu seinem Asteroiden B 612 und seiner geliebten Blume zurückkehren möchte. Er bricht auf und lässt seinen Körper zurück mit den Worten: “Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein.”

Der Autor und Berufspilot, der unumstritten viel von sich selbst in die Geschichte hineingelegt hat, hat die Geschichte im Exil in den USA verfasst und ist noch vor der Veröffentlichung des Märchens zu einem Aufklärungsflug aufgebrochen, von dem er nicht mehr zurückkam. Bis heute wurden seine Überreste nicht aufgefunden – verschollen sozusagen. Saint-Exupéry hat somit 1944 das letzte Mal die Sonne aufgehen sehen – eine Anspielung auf die Szene, in der der kleine Prinz erzählt, wie gern er sich Sonnenuntergänge ansieht wenn er traurig ist. An einem Tag auf dem kleinen Planeten sah er die Sonne 43 Mal untergehen (laut Wikipedia war die Zahl ursprünglich 44 Mal) und das war nur deshalb möglich, weil er auf seinem winzigen Planeten mit dem Stuhl immer ein Stück weiterrücken konnte, sodass es ihm möglich war den Sonnenuntergang mehrmals zu beobachten.

Der Autor hat dem Werk auch etwas Zeitgeist eingehaucht, denn an machen Passagen zeichnet sich eine Kritik an der Gesellschaft und deren Wertezerfall und andererseits an der damaligen politischen Situation ab. Zum Beispiel sollen die drei Affenbrotbäume etwa das Pendant zu den drei Achsenmächten USA, Italien und Japan sein. Womöglich sind es auch nicht zufällig drei Vulkane auf des kleines Prinzen Asteroiden. Der kleine Prinz gehört zu den 20 meistgelesenen Büchern weltweit, somit war es für mich höchste Zeit diese Bildungslücke zu schließen und mich dem Kanon zu unterwerfen. Das was bei mir hängen blieb, war das häufig wiederholte Zitat: „Die Erwachsenen sind wahrhaftig sehr eigenartig.“

Wer noch nicht genug hat, dem empfehle ich folgenden Artikel (mit noch mehr verschwörerischen Details) und die Fortsetzung Der kleine Prinz kehrt zurück von Jean-Pierre Davidts.

Hier gibt es die gebundene Ausgabe übersetzt von Marion Herbert.

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