Premiere // Der Watzmann ruft

Am 21. Jänner 2017 feierte das Tiroler Landestheater die Premiere des „Rusticals“ Der Watzmann ruft von Wolfgang Ambros und Manfred Tauchen in den Kammerspielen. Der Name Rustical rührt wohl daher, dass es sich um ein rustikales Musical handelt – aber wie! Die Aufführung kumulierte Tiroler Lebensart auf 90 Minuten und war dabei irrwitzig. Bauchmuskelkater garantiert!

Inhaltsangabe zum Rustical Der Watzmann ruft

Verführung ist ein zentrales Motiv in Der Watzmann ruft, denn der Watzmann, so der Name des Berges, ruft nach seinen Opfern – die, einmal gerufen, nichts davon abhalten kann auf den Berg „auffi“ zu wollen. Opfer deshalb, weil niemand bisher den Berg bezwingen konnte und lebend ins Tal zurückkam: „Wenn die Zeit kimmp, holt er di!“. Protagonist des Rusticals ist der „Bua“ (zu dt. Bub, der Sohn des Bauern) gespielt von Christoph Schlag. Der verspielte Junge verliert sein breites Grinsen das ganze Stück über kaum und ist ein richtiger „Lausbua“. Er geht mit seinem Vater auf die Pirsch und kann, zur Erleichterung seines Vaters, dem Ruf des Berges mehrmals wiederstehen. Doch als die Gailtalerin den Bua ebenso verführen will – kann ihn nichts mehr halten und er muss „auffi“.

Meine Gedanken zur Inszenierung (Regie: Verena Schopper)

Mit einer „Kuaglocke“ wurden alle ZuschauerInnen vom Erzähler in den Saal gebeten und sogleich auf die Aufführung eingestimmt, die voller Überraschungen war. Ein wild umherspuckender, grinsender Bua trat auf und legte eine erstaunliche Performance hin. Der Schauspieler kam mir bekannt vor und es dauerte nicht lange bis ich verstand, dass es sich um denselben Schauspieler handelte, der schon in Der Sturm den Sklaven Caliban spielte. Er konnte mich wieder mit seiner Darbietung in den Bann ziehen. Abgesehen von den urkomischen Szenen zwischen Bua und Bauer und den beiden Knechten (alt und jung), sorgte auch der Erzähler (Benjamin Schardt) für einige Momente, die sich mir eingebrannt haben. Er spielte neben dem Erzähler auch die Figur der Gailtalerin sowie einen Bock. Der Blick, den er dabei aufsetzte: köstlich. Außerdem wurde das Publikum in die Aufführung miteinbezogen indem es die Rolle des Echos übernahm. Der Bauer Jodelte ins Publikum und das schönste Echo der Welt kam zurück. Kurzzeitig herrschte „Musikantenstadel-Stimmung“ im Saal und es wurde im Takt zur Musik geklatscht. Sehr beeindruckend war auch, dass die Schauspieler, mehrheitlich keine Tiroler, perfekt im Dialekt gesprochen haben. Lieblingsszene war eindeutig das kurze Gefecht an dem die „Fichten“ beteiligt waren und die Pfeile nur so durch die Luft flogen. Was Jimi Hendrix und Mission Impossible mit der Inszenierung auf sich haben, erfahrt ihr bei einem (absolut empfehlenswerten) Besuch.

Zum Stück Der Watzmann ruft

Manfred Oskar (u.a. Komponist und Schauspieler) schuf gemeinsam mit Wolfgang Ambros  (einem der „Väter“ des Austropops) das „Rustical“  im Jahre 1972 als Hörspiel. Das Stück nimmt Bezug auf die  Watzmann-Sage, die von einem grausamen König erzählt, der nach seinem Tod, gemeinsam mit seiner Frau und den sieben Kindern, dazu verdammt war zum Berg zu werden. Dabei existiert der Watzmann tatsächlich als Wahrzeichen Berchtesgadens (in Oberbayern) und ist 2.713 m hoch.

Die nächsten Aufführungstermine sind: 

01.02. // 02.02. // 03.02. // 09.02. // 10.02. // 17.02. // 03.03. // 28.03. // 29.03. // 30.03. jeweils um 20.00 Uhr

25.02. // 18.03. // 19.03. jeweils um 19.30 Uhr

Die Eintrittskarte wurde mir freundlicherweise vom Tiroler Landestheater zur Verfügung gestellt.

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Fotokredit: Pressefotos / Tiroler Landestheater

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