Fiktionale Sprachen – Was Sheldon & Co. fasziniert

Wer kennt es nicht, das Rätsel aus dem Film Der Herr der Ringe: Die Gefährten vor dem Tor von Moria: „Sprich Freund und tritt ein“, worauf Frodo nach dem elbischen Wort für Freund fragt und das Tor sich nach Aussprache des Wortes Mellon öffnet.

Fiktionale Sprachen wie Elbisch (darunter Quenya und Sindarin), Huttisch, Dothrakisch, Valyrisch, Na’vi, Klingonisch und viele mehr gehören zu den konstruierten Sprachen bzw. künstlerischen Sprachen und sind häufig Teil einer fiktiven Welt.

Die Erfindung einer neuen Sprache schließt auch das Kreieren von einem neuen Wortschatz, einer Grammatik und Phonologie mit ein. Ende des 19. Jahrhunderts wurde häufiger versucht eine Sprache zu erfinden, die sich als Weltsprache etablieren würde. Heute ist es Englisch, da sich keine der Sprachen jemals durchsetzen konnte. Die bekannteste aller konstruierten Sprachen ist dennoch Esperanto – sie wurde entwickelt um weltweiten Frieden zu verwirklichen.

Elbisch ist nicht – wie vielleicht von einigen vermutet – eine alleinstehende Sprache. Zu den Sprachen der Elben gehören Sindarin und Quenya. Erfinder ist der britische Schriftsteller und Sprachwissenschaftler J.R.R. Tolkien. Die Grundlage für Quenya war die Phonetik des Finnischen. Sindarin hat sich als Umgangssprache der Elben etabliert, das ältere Quenya kommt weitestgehend als Schrift- und Gelehrtensprache vor. Das Online-Wörterbuch PONS übersetzt übrigens auch Wörter in die elbischen Sprachen!

Eine Sprache der Außerirdischen ist Klingonisch. Sie wurde vom US-Sprachwissenschaftler Marc Okrand für Star Trek entwickelt. Sie wurde bewusst mit vielen Zungenbrechern und einem schroffen Klang ausgestattet, da die Sprache schließlich von Kriegern gesprochen werden musste. Das Vokabular schließt ca. 3.000 Wörter mit ein, wobei viele Alltagsbezeichnungen fehlen.

Sheldon aus der Serie The Big Bang Theorie ist ein großer Verfechter dieser Sprache! Er will nicht nur eine Rede auf Klingonisch bei Howards und Bernadettes Hochzeit halten, sondern er hat bereits in einem Duell mit Will Weaton den Satz: „Rache wird am besten kalt serviert“ – „bortaS bIr jablu’DI’, reH QuQqu’nay’“ erwähnt. Wörtlich übersetzt heißt der Satz aber: „Wenn Rache kalt serviert wird, dann ist das Gericht sehr gut.“ Wer sich in der Aussprache üben möchte, kann es ungefähr so aussprechen: „Bortasch bier dschablu dì rech kackku nai“. Viel Spaß!

Dothraki: „Athchomar Chomakaan“ bedeutet „Hallo“ (zu einem Nicht-Dothraki)! Diese Sprache wurde von dem Linguisten David J. Peterson für Game of Thrones entwickelt. Sie leitet sich vom Spanischen und dem Arabischen ab und umfasst mittlerweile mehr als 3.800 Wörter. Das größte Schimpfwort des Reitvolkes heißt „ifak“ – was soviel wie „Fußgänger“ bedeutet. Der Sprachwissenschaftler soll insgesamt schon 14 Sprachen erfunden haben, so auch Valyrisch (High Valyrian). Diese Sprache ist vergleichbar mit Latein.

Die grundlegenden Schritte beim Erfinden der Sprache, so Peterson, seien zuerst die Phonologie, dann die Morphologie und die vage Orientierung an existierenden Sprachen. Von Artikeln ist er nicht so sehr begeistert, weshalb Dothraki strukturell dem Russischen verwandt ist.

Buchtipps zu fiktionalen Sprachen:

Das große Elbisch-Buch von Helmut W. Pesch

Das offizielle Wörterbuch: Klingonisch – Deutsch / Deutsch – Klingonisch

Living Language: Dothraki von David J. Peterson

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