Rezension // Die Assistentin von Caroline Wahl

Beitrag von Miruna

Ein Roman, der polarisiert. Von einer Autorin, die polarisiert. Aber warum? Und kann man den Roman überhaupt noch lesen, ohne von der Diskussion drumherum beeinflusst zu werden?

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Inhalt von „Die Assistentin“

Charlotte träumte davon, Musikerin zu werden, doch ihre Eltern drängten sie dazu, einen „vernünftigen“ Job in einem renommierten Münchner Verlag anzunehmen. Als Assistentin des mächtigen und nahezu despotischen Verlegers kämpft sich Charlotte durch den Alltag. Sie ist von Zweifeln und Angst geplagt, geht weit über ihre Belastungsgrenze hinaus und muss unterwegs ganz schön Federn lassen.

Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die versucht, sich in einem toxischen Arbeitsumfeld zu behaupten. Sie ist eindeutig das Opfer. Aber sie ist auch ein bisschen Täterin, denn sie lernt zu kratzen und zu beißen. Sie befindet sich in einer Zwickmühle, aus der sie vergeblich versucht, sich zu befreien. Es ist ein Buch über Resilienz, Selbstbehauptung und Selbstfindung, über die Grenzen von Gut und Böse, über Zweifel, Alleinsein und emotionale Reife. Und vielleicht ist es auch ein bisschen ein Roman über Caroline Wahl selbst.

Meine Gedanken zum Buch

Die Antwort lautet: Nein. Man kann das Buch nicht mehr unvoreingenommen lesen. Es gibt sie nun mal: „22 Bahnen“, „Windstärke 17“, und die Verfilmung ihres Erstlingswerks, den atemberaubenden Erfolg, die Persona Caro Wahl, den Buchpreis, den sie haben will, aber nicht bekommt, den Rennwagen, den sie fährt, die Kuscheltiere, die Leiter in Kiel…. das omnipräsente Instagram. Cathy Hummels‘ Homebase ist für Caroline Wahl zum Paradies und Purgatorium zugleich geworden. Natürlich wird der neue Roman im Vergleich zu den ersten beiden – die wahnsinnig erfolgreich waren – bewertet. Der Schreibstil wird verglichen. Die Charaktere seziert.

Caroline Wahl meint, sie habe es sich verdient, auszubrechen. Anders zu schreiben. Anders zu sein. Und hat sie nicht Recht? Sollte Picasso immer dasselbe Bild malen? Sollte Hemingway denselben Roman immer und immer wieder schreiben?

Caroline Wahls Leben ist der Roman. Wenn man so will, ist es ein Bildungsroman, eine Reise zu ihrem reiferen Ich. Und sie ist noch lange nicht am Ziel. Wollen wir nicht das Positive an diesem Roman sehen? Wir haben es hier mit einer unfassbar kreativen Autorin zu tun, die erpicht darauf ist, zu schreiben, die hungrig nach Anerkennung ist. Das kann nur gut werden!

Meinungen von den Buchclub-Mitgliedern

„Ich habe nach 130 Seiten abgebrochen. Während ich „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ ganz gern gelesen habe, konnte mich der Schreibstil bei diesem Buch so gar nicht einnehmen. Die Vorgriffe, Wiederholungen und Erklärungen an den Leser fand ich sehr ermüdend und leider nicht flüssig zu lesen.“ (Silke, 05. September 2025)

„Bin so erschrocken, als ich gerade auf Reado und Amazon die Rezensionen gesehen hab… Habe das Buch vorhin beendet und kann das Bashing und „Enttäuschung“ einiger Leser:innen gar nicht nachvollziehen. Von konstruktiver Kritik ja teilweise keine Spur.“ (Jasmin, 06. September 2025)

 „Ich mochte „22 Bahnen“ wirklich sehr und auch „Windstärke 17“ habe ich gern gelesen. „Die Assistentin“ ist leider nicht so mein Fall gewesen. Das lag am Erzählverhalten, der toxischen Situation am Arbeitsplatz und auch an Charlotte selbst, mit der ich nicht so richtig warm geworden bin. Und dennoch habe ich mir an mehreren Stellen gedacht, dass Caroline Wahl auf unglaublich gute Art über introvertierte junge Frauen schreibt. Und deshalb bin ich auch jetzt schon gespannt auf weitere Veröffentlichungen von ihr.“ (Carmen, 10. September 2025)

„Anders als vielen anderen hier, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Zuerst habe ich etwas gebraucht, um mich auf den Schreibstil (inklusive der Redundanzen und der „allwissenden Erzählstimme“) einzulassen, aber dann war ich richtig in der Geschichte drin.“ (Leonie, 19. September 2025)

„So langsam machen mich diese ganzen Wiederholungen und das Foreshadowing echt fertig. Bin jetzt bei Kapitel 22, wird das noch besser? Bin wirklich am Überlegen das Buch abzubrechen, was ich echt schade finde, da ich bisher die Bücher von Caroline Wahl mochte..“ (Pia, 23. September 2025)

Die Autorin – Caroline Wahl 

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Caroline Wahl (*1995 in Mainz geboren) oder @carowahl auf Instagram.
Sie hat Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin studiert und arbeitete nach ihrem Studium in mehreren Verlagen. 2023 erschien ihr Debütroman „22 Bahnen“, 2024 erschien ihr zweiter Roman „Windstärke 17“.
Alle drei Romane haben es direkt an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste geschafft.  

Fun Fact: Caroline Wahl war selbst Assistentin der Verlagsleitung beim Diogenes Verlag in Zürich, bevor sie als Schriftstellerin bekannt wurde.

Details zum Buch: 

Erscheinungsdatum: 28.08.2025
368 Seiten
Rowohlt
Hardcover

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