Und wenn sie nicht gestorben ist, dann erzählt sie ihm noch heute – 1001 Nacht in der Übersetzung von Claudia Ott

Was für ein Werk! Wer ein besonderes Geschenk sucht, landet damit für Liebhaber schöner und spannender Geschichten bestimmt einen Volltreffer. Und weil die Wahl bei den unzähligen wunderschönen Ausgaben schwerfällt, mein Tipp: Die Übersetzung von Claudia Ott, die uns die arabische Übersetzung erstmals in Deutsch zugänglich gemacht hat!

Eine Ode an uns:

„Unserem großzügigen, hochgebildeten und vornehmen Publikum sei hiermit kundgetan, dass dieses köstliche und sehnlich erwartete Buch mit der Absicht geschrieben wurde, einem jeden nützlich zu sein, der darin liest. Hier finden sich höchst lehrreiche Lebensgeschichten, dazu wunderbare Gedanken für Menschen von hoher Bildung.“ (zit. nach Ott 2010, S. 7)

Eine der Hauptfiguren ist Schahrasad, für mich nahezu ein Idol, da sie es allein durch ihre Intelligenz geschafft hat, dem Tod zu entgehen. Wie sie das zustande gebracht hat? In der Rahmenerzählung wird erzählt, dass der König Schahriyâr von seiner Frau betrogen wurde und sie tiefgekränkt von seinem Wesir umbringen ließ. Daraufhin war jede Nacht jeweils eine Jungfrau beim König zu Besuch, die am Morgen das Licht der Sonne nicht mehr erblickte. Schahrasad als Tochter des Wesirs, der dem König die Jungfrauen brachte, konnte sich das nicht mehr länger ansehen. Um den Morden ein Ende zu setzen, beschloss sie, selbst in die Höhle des Löwen zu gehen.

„Schahrasad […] hatte viele Bücher, Werke der Literatur und Weisheitsschriften gelesen, auch Werke der Medizin studiert. Sie wusste Gedichte auswendig herzusagen und las mit Vorliebe Überlieferungen zur Geschichte vergangener Zeiten. Alle berühmten Zitate waren ihr bekannt, dazu die Sprüche weiser Richter und Könige, kurzum: Sie war klug, verständig, weise und gebildet, hatte gelesen und studiert.“ (zit. nach Ott 2012, S. 20)

In der Nacht als sie zu ihm kam, floss kein Blut. Schahrasad erzählte dem König jeden Abend eine Geschichte und unterbrach sie an der spannendsten Stelle, damit der König sie aufforderte, in der nächsten Nacht weiterzuerzählen. Mit ihr tauchen wir in Geschichten ein über Basare, weise Kalifen, hinterlistige Händler, vornehme Damen, aber auch mächtigen Zauberinnen. Dschinnen und böse Dämonen bleiben auch nicht unerwähnt. Dabei kontrastieren sich erotisches Vergnügen und harte Schicksalsschläge.

Es gibt natürlich verschiedene Übersetzungen, die sich in Details unterscheiden. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. es gibt auch europäische Übersetzungen, die im biederen Märchenstil erzählt sind, anstatt die unverblümte Erotik und die derbe Ausdrucksweise des Originals zu übernehmen.

Der Ursprung und die Überlieferung der Geschichte scheinen recht verstrickt zu sein:

http://www.tausendundeine-nacht.com/wp-content/uploads/2010/12/geschichte.pdf

Hier geht es zum Shop:

http://shop.wagnersche.at/product/2016843/Buecher_Maerchen-und-Sagen//Tausendundeine-Nacht

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