Gastbeitrag // Katrin Biber über ihr Buch Larissas Vermächtnis

Katrin Biber, bekannt auch als Katy von SeelenSport®, hat eine unfassbar bewegende Geschichte zu erzählen. Ihre Schwester wurde vor sieben Jahren ermordet und heute hilft sie anderen Menschen mit der Trauer zu leben. Ich habe die Tiroler Autorin vor einigen Jahren persönlich kennengelernt, mit ihr gemeinsam eine kleine Beitragsreihe auf Tirol TV produziert und verfolge sie fleißig auf ihrem Instagram-Account. Auch der Weg zu ihrem Buch war ein spannender auf dem sie ihre Follower mitgenommen hat: Sie hat hart für die Veröffentlichung ihres Buches gekämpft, nun ist es bei Piper erschienen und ein Bestseller! Durch Katrin habe ich ein ganz neues Verhältnis zu den Themen Tod und Trauer entwickelt und ihr daher angeboten einen Gastbeitrag für meinen Blog zu ihrem Buch zu schreiben. Denn: Wir müssen über diese Themen sprechen!

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Die Geschichte hinter Larissas Vermächtnis & warum es ein solches Buch braucht

Larissa. Das war meine Schwester mit einem Lachen, das jeden Raum sofort erhellte und einen selbst zum Lachen brachte. Doch sie musste sterben, nicht an einer Krankheit, nicht an einem Unfall, sondern durch die Hände ihres Freundes. Sie war erst 21 Jahre alt. Mord. Ein Wort, das uns sonst nur in Krimis begegnet, wurde zu meiner Realität. Mein Leben änderte sich schlagartig von heute auf morgen. Warum ich beschlossen habe, ein Buch über diesen Weg zu verfassen und wie es dir in eigenen Krisen helfen kann, erzähle ich dir in diesem Artikel.

„Schreiben gab mir Halt und eine Möglichkeit mit meiner Schwester über ihren Tod hinaus zu kommunizieren“ – Katrin Biber

So viele Gedanken, so viele Gefühle, die 24 Stunden auf mich einprasselten und mich überschwemmten. Also schnappte ich mir ein Notizbuch, das ich von meiner Schwester Anna geschenkt bekommen hatte und begann alles, was mich beschäftigte, niederzuschreiben. Meine Gedanken ließen sich sortieren, ich verstand mehr und mehr mich selbst und meine Trauer, mein Verhalten und meinen Weg. Und ich konnte auf diese Weise Larissa von meinem neuen Leben erzählen. Neun Monate schrieb ich fast jeden Tag.

Neun Monate: Das ist die Zeitspanne, die das Buch umfasst – beginnend mit dem Todestag meiner Schwester, endend mit der gerichtlichen Verhandlung gegen ihren Mörder. Ein Zeitraum, bei dem es ums Überleben ging und darum, sich wieder lebendig zu fühlen. Monate, in denen Gefühle aufkamen, für die der Begriff „Trauer“ nicht ausreicht. Zeit, die oftmals stillzustehen und gleichzeitig rasend schnell zu vergehen schien. Tage, an denen ich glaubte, kein Morgen zu erleben, und an denen ich mich sogar von meiner Familie im Stich gelassen fühlte. Denn am Ende musst du allein den Schmerz tragen und aushalten.

Doch gibt es Hoffnung auf ein neues Leben.

Voller Liebe und Lachen, trotz dieser unerbittlichen Sehnsucht.

Warum ein Buch?

Stephen King erklärt in seinem Buch Das Leben und das Schreiben: „Eigentlich geht es nur darum, das Leben derer, die Ihre Bücher lesen, und Ihr eigenes Leben zu bereichern. Es geht darum, sich aufzuraffen, klarzukommen und loszulegen. Es geht darum, glücklich zu werden, okay?“

Ich möchte das Schicksal meiner Schwester und meinen Umgang damit in die Welt hinaustragen. Weil sie mein großes Vorbild war, wenn es darum ging, das Leben in seiner Vollkommenheit zu genießen. Sie liebte jede Sekunde des Lebens, und ich hoffe, dich als Leserin oder Leser mit Larissas Lebensfreude anstecken zu können. Denn es ist diese Freude, die auch mich wieder ins Leben zurückgeholt hat.

Auszug aus Larissas Vermächtnis, Prolog oder: Warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Ich habe lange überlegt, ob es eine gute Idee sei, dieses Buch zu veröffentlichen. Dann dachte ich an die Menschen, die Verluste erlebten und durch Krisen gehen, daheim auf ihrem Sofa sitzen und keine Hoffnung spüren, stattdessen verängstigt und verzweifelt sind. Ich war selbst einer dieser Menschen. Genau diesen möchte ich damit Hoffnung schenken, auf ein Leben nach der Krise, auf ein Leben voller Liebe und Zusammenhalt. Alles ist schaffbar, wenn man nur will und bereit ist, diesen Weg zu gehen!

Der Weg war weit

Es gab keinen Tag, an dem ich plötzlich aufwachte und wieder glücklich war, aber es gab einen Schlüsselmoment, der mich dazu brachte mein ganzes Leben zu ändern und ein Werkzeug zu entdecken, das mir in jeder schweren Herausforderung geholfen hat: mein heutiger SeelenSport®, Larissas Vermächtnis.

Schnell war ich an der Reihe. Der Arzt tastete vorsichtig mein Bein ab, machte unterschiedliche Tests. Sein Blick verhieß nichts Gutes.
Er legte das Bein ab, sah mich an und sagte eindringlich: „Katrin, ich weiß, dass es derzeit mehr als schwer für dich ist, aber du musst langsam wirklich deine Muskulatur aufbauen. Sonst wird sich dein Zustand nie verbessern, und es könnten vielleicht noch weitere Probleme dazukommen. Schlimmstenfalls kannst du dann nicht mehr wirklich wandern oder joggen gehen. Sport und Bewegung tun gut, probier es doch einfach mal aus.“ – „Ich weiß. Ich werde es versuchen“, versprach ich, eher um ihn zum Schweigen zu bringen, und verließ den Raum.
Auf dem Weg aus dem Krankenhaus hallten die Worte des Arztes in meinem Kopf nach. „Einfach mal Sport machen.“ Wenn das so leicht wäre, hätte ich es ja schon getan, schimpfte ich vor mich hin. Die Aussage, »nicht mehr wandern oder joggen gehen« zu können, beschäftigte mich den restlichen Weg zum Bahnhof und die komplette Zugfahrt zurück nach Innsbruck. Ich fand einen freien Platz am Fenster und blickte hinauf in den blauen Himmel, der von ein paar Wolken durchzogen war.
Du, Larissa, hast immer so gerne Sport gemacht und dich bewegt, und ich soll nun all das nicht mehr tun können, wenn ich mich nicht reinhänge. Aber woher soll ich die Kraft dazu nur nehmen?, führte ich ein stilles Gespräch mit meiner Schwester.

Auszug aus Larissas Vermächtnis, Monat 6. SeelenSport für den trauernden Körper

Schlussendlich habe ich die Kraft dafür gefunden, die mich jeden Tag weiter vorangetrieben hat, niemals aufzugeben. Diesen Weg erzähle ich dir in meinem Buch. Wie sich dadurch mein Leben verändert hat und welche Herausforderungen meine Familie und ich noch zu überstehen hatten, kannst du ebenso weiter im Buch nachlesen.

Die Suche nach einem Verlag

Auch dieser Weg war ein langer und brauchte viel Ausdauer. Denn ein Buch zu schreiben ist eine Sache, es dann bei einem Verlag veröffentlichen zu können, eine ganz andere.

Ich habe also viele Exposés verfasst, Textproben erstellt und diese an zig Verlage im deutschsprachigen Raum geschickt. Manchmal kam eine Antwort, dass sie es erhalten hatten, dann waren auch viele Absagen dabei, aber die meisten antworteten mir nie.

Da saß ich dann täglich über fast acht Monate an meinem Schreibtisch, starrte meine Verlagsliste an meiner Pinnwand an und musste alle paar Tage/Wochen wieder einen Verlag mehr streichen. Die letzte Absage rund um Weihnachten machte mich besonders traurig. Sie beinhaltete Bedenken darüber, über so manches aus dem Buch öffentlich zu schreiben. Für Reaktionen, die dann von Menschen kommen könnten, wollte der Verlag keine Verantwortung übernehmen. Das war niederschmetternd. Denn schließlich kämpfe ich täglich genau dafür, dass Probleme nicht verschwiegen werden sollten, weil sich nur so etwas in unserer Gesellschaft und für weitere Opfer verändern kann.

Denn ein solches Buch braucht es, weil enorme Missstände vorherrschen, was Verhalten bei Medien, staatlicher Hilfe und in der Gesellschaft nach Gewalttaten angeht. Und um Menschen wie mir zu zeigen, dass ein Leben auch nach einem Mord wieder schön und glücklich sein kann und darf.

Wunder geschehen

Nachdem ich mich ausgeweint hatte, stand ich auch wieder auf, richtete mein Krönchen, wie es Larissa immer so schön sagte und nahm mir vor, das Buch über Selfpublishing raus zu bringen. Ich holte mir eine Lektorin zur Seite und war fest entschlossen. An einem Nachmittag im Februar 2019 passierte dann das kleine Wunder. Ich saß an der Vorbereitung zu einer Trainingsstunde, als mein Mail-Postfach plötzlich blinkte. Absender: Piper Verlag. Mein Herz pochte auf der Stelle fast so schnell, wie bei einem guten Training. Meine heutige Lektorin schrieb mir in dieser Mail, ob ich mir nicht vorstellen könnte ein Buch zu verfassen. Sie entdeckte mich bei der PULS Reportage vom BR auf YouTube und war sofort von meiner Arbeit angetan.

Was für ein freudiger Moment, was für ein unglaubliches Wunder für mich persönlich. Ein paar Wochen später waren die Verträge durch und mein Buch bereit lektoriert zu werden.

Und nun wartet es darauf, in deine Hände zu fallen, dein Herz zu berühren, dir Mut und Hoffnung zu schenken, alles erdenklich Mögliche schaffen zu können, wenn du dich darauf einlässt, dir selbst vertraust und niemals aufgibst! Und diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Liebe Katrin, vielen Dank dafür, dass du all das mit uns teilst!

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